Donnerstag, 24. Juli 2025

Baustellenfrust

Wollen wir das wirklich?
Wollen wir das so?

Dass es in unserem Land an 'Facharbeitern' fehlt, ist längst bekannt!

Aber wie soll man dem entgegenwirken?

Gerade auf dem Bau, oder in der Pflege, fehlt Personal.
Schlecht bezahlte Jobs, die sich ein Einheimischer nicht leisten kann, beziehungsweise, nicht leisten will.
Am Zahltag muss so viel Geld da sein, dass man seinen Lebensunterhalt für den Rest des Monats bestreiten kann.

Unsere Politiker hatten anfangs die Idee, Arbeitskräfte aus aller Herren Länder zu 'importieren'.
Gesprochen wurde allerdings nur mit Politikern oder mit Firmenbossen.

"Wir sprechen Deutsch"!
So stand es etwa um die siebziger Jahre auf einigen Schildern in beliebten Urlaubsregionen.

Wenn ich also in ein Land reise, wo mir für gutes Geld Arbeit angeboten wird und wo ich 'geduldet' werde, ist es mein Anliegen, mich dort auch verständigen zu können.

Weshalb ich auf dieses Thema komme?


Wir haben einen Fliesenleger angaschiert.
Ich selbst wollte nicht auf den Knieen über Stunden hinweg auf dem Boden rum rutschen.
Es gab da einen alten Bekannten, welcher zufälligerweise jemanden an der Hand hatte.
Dieser "Baustellen-Kollega" ist Pole.
Wir wissen, dass Polen sehr gut Fliesen legen können.
Unser Badezimmer wurde auch von einem Polen gefliest.
Schließlich sollte es "gut, schnell, günstig" sein.

Ein erstes Treffen mit Besprechung der Rahmenbedingungen, verlief so-lala.
Der Preis war okay.
Die Fliesen haben wir ausgesucht und gekauft.
Wie diese in Muster und Flucht zu verlegen sind, wurde ebenfalls geklärt.
Und ja, es war keine einfache Aufgabe!

Sehr viele unterschiedliche Fliesen, kreuz und quer.

Um es zu verdeutlichen haben wir vier Pakete aufgerissen und dem Fliesenleger erklärt (zumindest versucht), wie wir es denn gerne verlegt hätten.
Leider wurde uns hier bereits einiges klar.
Zwei seiner Lieblingssätze:
"Keine Problem" und "Ich habe keine Ahnung".
Anfangs war seine Frau dabei.
Sie spricht wenigstens ein 'bischen' deutsch.

Da es schon zu Beginn Verständigungsprobleme gab, konnte es nur noch schlimmer werden.
Der Tag an dem die Möbel gerückt werden sollten, kam dann doch einen Tag früher.
Alles in allem hätten die Arbeiten drei Tage dauern sollen.
Doch auch bei der Berechnung der gesamten Arbeiten, lief scheinbar etwas gehörig schief.
Die alten Fliesen mussten auf jeden Fall raus.
Freitags sind wir an den Edersee gefahren, Sonntags hätte alles fertig sein sollen.
So der Plan.
Doch nun wohnen wir seit einer Woche auf einer Baustelle.

Der Boden unter den alten Fliesen musste erst noch aufbereitet werden.
Ausgleichmasse musste aufgebracht werden und natürlich aushärten.
Hätte in Summe einen Tag länger gebraucht!

Nun ja, es ist eben so, wie es ist.
Das konnte niemand vorher sehen.

Dass aber dieser Kollega ständig wieder verschwindet und keinen einzigen Tag komplett mal ein Stück durcharbeitet, das konnten wir nicht ahnen.
Mal kommt er um elf Uhr und verschwindet wieder um vierzehn Uhr.
Dann ruft er an und sagt: "muss machen andere Baustelle, kommen morgen".
Und scheinbar hat er uns einmal eine völlig fremde Person in die Wohnung gelassen, weil er mal wieder "andere Baustelle" war.

Das Resultat:
Die Fliesenspalten sind ungleichmäßig und was auf keinen Fall hätte passieren dürfen:


"Lege keine zwei gleichen Fliesen nebeneinander"!

Wenn jemand die Sprache schlecht versteht und jemandem erklärt, was er zu machen hat, 
der ebenfalls "keine Ahnung" hat, dann sind Überraschungen vorprogrammiert.

Heute sollen nach insgesamt acht Tagen, die Arbeiten fertig sein.
Bin gespannt, was mich erwartet, wenn ich heute Abend von meiner Arbeit nach Hause komme.

Wir haben Anschluss-Termine.
Dem Elektriker mussten wir bereits absagen.

So soll Deutschland in Zukunft funktionieren?
Zum Glück werde ich davon nicht mehr all zu viel mitbekommen.

Und unseren Durchlauferhitzer wechsle ich selbst!  

der Rettschy

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